Der Rezensent – ein Hund?


Jetzt bin ich in dieser blöden Stimmung – da sollte man stille halten und nix ….bloggen (z.B.). Aber: Die Premiere ist raus! Das Publikum war begeistert ohne Ende. Es hat gejubelt. Und die beiden Rezensenten? Sind sie Hunde? Muss man sie totschlagen? Morgen steht ihr Erguss in den Zeitungen. Soll'n wir drauf pfeifen? Je nachdem, was sie schreiben, richten sich die Leute erst mal danach. Und dann sind die nächsten Vorstellungen voll oder weniger gut besucht. Na schön… Auch nach 40 Jahren tut man immer noch so, als sei man cool. Wie handhabt Ihr das? Ich werd morgen zitieren, was so abging. Übrigens: Ich finde, man sollte sowas mehr verbreiten:

Basiswissen zum Thema Theater-Rezension

27 Gedanken zu “Der Rezensent – ein Hund?

  1. Die Hoffnung stirbt zu letzt!

    Das denke ich jedesmal, wenn ich eine Kritik lese, die sich episch über den Inhalt des Stückes, ein wenig über die Regie und so gut wie gar nicht über die Schauspieler auslässt…

    Ich hoffe, bete und vertraue darauf, daß das Publikum auch seine Kritiker kennt und den Weg ins Theater „trotzdem“ oder „gerade weil“ findet.

    Nur Mut!

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  2. Das beste zum Thema ist von Bernd C. Sucher: Der Kritiker muss eine dezidierte Meinung haben und diese auch klar artikulieren, aber er muss den Abend so genau beschreiben, dass der Leser der Kritik gegebenenfalls zu einer anderen Einschätzung kommen kann als der Kritiker.

    Und: der Mann kann das wirklich!

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  3. Dann hat er schwer dazu gelernt.
    Er hat mal in Ulm angefangen.
    Meine Erinnerung ist nur noch vage,
    aber es ist irgendwie hängen geblieben,
    dass er sich da nicht mit Ruhm bekleckert hat.
    Ich nenne sie übrigens nicht gern Kritiker.
    Wenn sie richtig arbeiten, sind sie Rezensenten.
    Die Rezension enthält alle möglichen Facetten journalistischer Darstellungsformen.
    Die Kritik (der Kommentar) ist nur ein geringer Teil davon.

    Sollte Sucher seine eigenen Worte beherzigen, ist das die Basis für eine gute Rezension.
    Ich füg nochmals diesen Link ein:
    http://www.theater-neu-ulm.de/was-macht-eine-gute-theater-rezension-aus.html
    (Kopieren, ins Browserfenster einfügen, „enter“ drücken und studieren…)

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  4. Hallo Claudia,
    die erste Rezension ist erschienen – und wahrscheinlich hat die Autorin Dein Monitum gelesen: Es steht etwas mehr über die Schauspieler drin als üblich. Zitat:

    „Passgenau für die Kleinkunst, besteht das Ensemble aus zwei Personen. Vielseitig, charmant, entzückend anzusehen und spielsicher Joana Dentler (ein Ebenbild ihrer begabten Mama Claudia Riese). Daneben mit vielen Slapsticks, einer hervorragenden Mimik, sehr wandlungsfähig und glaubhaft in seiner fast väterlichen Verzweiflung einer viel fragenden Partnerin gegenüber: Richard Aigner, der mit Erfahrung und Witz seine Rollen erfüllt.

    Regie führt einmal mehr Heinz Koch, mit Claudia Riese in bewährter Leitung des Theaters Neu-Ulm, Schauspieler und Macher zwischen den Kulissen: Minimiertes Schloss, gleichzeitig auch Probenbühne für Johanna (Joana Dentler) und Friedrich (Richard Aigner), einfach zu wechselnde Outfits, wobei Joana Dentler als Geist und im wallenden weißen Gewand als „Musical-Star“ hinreißenden „Biss“ zeigt, Richard Aigner als rappender Hamlet zum Mitklatschen verführt. In beiden Protagonisten hat Koch zwei Personen, die das szenisch umsetzen, was ein lebhaftes Konzept einer verkleinerten tragischen Heiterkeit mit vielen schnellen Verwandlungen verlangt.“

    Mehr kannst Du nachlesen unter:
    http://www.theater-neu-ulm.de/hamlet-4-you-rezension-neu-ulmer-zeitung.html

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  5. Da gratulier ich doch mal ganz herzlich!
    Zur Premiere sowieso und zu einer schönen Kritik außerdem! Die Kritik klingt so, als habe es auch der Kritikerin gefallen, oder als besäße sie -wenn es ihr denn nicht gefiel- wenigstens die nötige Distanz.
    Für meinen Geschmack ist die Kritik zwar etwas Inhalts-lastig, aber ich habe akzeptiert, daß der potentielle Zuschauer gerne mehr weiß, als ich, bevor er sich etwas ansieht…
    Dann wünsche ich Euch mal viele gutbesuchte Folge-Vorstellungen!

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  6. Danke fürs Gratulieren.
    Bleibt noch nachzutragen, dass die Rezension in der wichtigsten Zeitung wohl erst morgen erscheint. Wichtig insofern, als 92 Prozent aller Menschen, die in unserer Region eine Zeitung abonniert haben, diese lesen.

    Doch ein wenig ist natürlich auch das Internet ein Ausgleich.
    Da ist es leicht, die Rezensionen miteinander zu vergleichen.
    Morgen also hier der Nachtrag zu dem Thema – und dann is ja auch mal wieder gut!

    Die nächste Premiere ist ja schon am 30. März.

    "Freundinnen".

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  7. So, jetzt ist die zweite Rezension auch draußen.
    Hier, liebe Claudia, kommen die Schauspieler wieder etwas pauschaler weg, die Regie wird nur in Klammern genannt. Ihre Arbeit als Urheberin des Kunstwerks auf der Bühne ist auch diesem Rezensenten nicht bewusst. Er kann gar nicht zwischen Regie, Buch und Darstellung differenzieren. Na, soweit so blöd. Zum Thema Darstellungskunst heißt es:

    "Mitunter ächzen und lechzen, stolpern und gestikulieren die beiden Akteure, als habe sie ein Disney-Zeichner zum Leben erweckt, erinnern dazwischen auch daran, dass es irgendwie um große Weltliteratur geht. Der Spaßfaktor fürs Publikum ist dabei groß, der Erkenntnisfaktor eher klein. Vergnügen machen vor allem die Wandlungsfähigkeit Richard Aigners und seine zackigen Rollenwechsel. Joana Dentler gibt das naive Möchtegern-Starlet etwas überdreht, hat aber auch ihre feinsinnigen Momente."

    Diese feinsinnige Rezension wird mit Sicherheit viele Zuschauer ins Theater treiben, was ja eigentlich gar nicht ihr Zweck ist.

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  8. Ich frage mich manchmal, ob in Kritikerkreisen eine Pauschal-Kritik kursiert, bei der nur noch die Namen der Leute geändert werden müssen???
    Diese Kritik kommt mir vor, als hätte ich sie schon ein paar Mal gelesen. Allerdings hier in HH…;-)

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  9. Lernen wir, mit Rätseln zu leben. Vielleicht geht es hier um ein Phänomen, wie Rupert Sheldrake es beschreibt. Er geht davon aus, dass die Ganzheit auf morphogenetischen, also gestaltenden beziehungsweise formbildenden Feldern beruht, die das Gedächtnis der Natur darstellen. Jeder Organismus besitzt eine Art kollektives Gedächtnis, und Spezies gleicher Art scheinen über eine Art drahtloser Kommunikation zu verfügen. Viel beschrieben sind die Versuche, die man bezüglich des kollektiven Gedächtnisses von Ratten gemacht hat. Im Journalismus weiß man kollektiv, wie groß und auf welcher Seite ein Unglück aufgemacht werden muss. Flugzeugabstürze beispielsweise. In den Anden. Mit 70 Toten sicherlich auch in D auf Seite 1. Mit fünf Toten sicherlich nicht. Aber ganz bestimmt, wenn die fünf Toten Deutsche sind. Bezüglich Theaterrezensionen und ihrer Verfasser(innen) sind morphogenetische Phänomene noch nicht untersucht worden. Ob es in der Regie Moden gibt, und ob an Regisseuren morphogenetische Phänomene auffällig sind, wurde auch noch nicht untersucht. Man wundert sich manchmal nur, wieso plötzlich auf Bühnen in HH, B oder NU (Neu-Ulm) Türen freistehend auf der Bühne auftauchen, durch die dann Akteure auf- und abtreten, obwohl sie auch ganz ohne die Tür auftreten könnten. Beobachten wir alles weiter, beziehungsweise: Theaterwissenschaftler, ran an die Buletten. Es wartet ein weites Feld.

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  10. Jetzt hab ich noch einmal eine Quelle gefunden, die das oben erwähnte Phänomen noch genauer beschreibt.:

    "Der englische Biologe Rupert Sheldrake hat mit seiner Theorie der morphischen Felder eine mögliche Erklärung für das Wirken der Rituale geliefert. Sheldrake war Unstimmigkeiten im Bereich biologischer Forschungen nachgegangen und darauf gekommen, dass es so etwas wie Felder geben müsse, die ohne materielle Vermittlung und ohne kausalen Zusammenhang doch eindeutig feststellbare Wirkungen haben.
    Eines der Experimente, die ihn auf die Spur dieser geheimnisvollen Felder brachte, war ein Rattenversuch, der klären sollte, ob erworbenes beziehungsweise erlerntes Wissen vererbbar sei. Man trainierte Ratten darauf, den Weg aus einem Labyrinth schneller zu finden, und kreuzte die gelehrigsten Tiere später untereinander. Als man dann deren Junge in das Labyrinth setzte, stellte sich heraus, dass sie nur so lange wie ihre hochtrainierten Eltern brauchten, um herauszugelangen. Was wie der Beweis der Vererbung erlernten Wissens aussah, wurde aber von anderen Forschern bezweifelt. Sie wiederholten das Experiment mit anderen Ratten in demselben Labyrinth, aber in einem anderen Erdteil. Und siehe da, diese Ratten waren von Anfang an bereits auf dem Stand der Kindergeneration der ersten Ratten.

    So oft man den Versuch auch wiederholte und Ratten darauf trainierte, es noch schneller zu schaffen: Nicht nur ihre Kinder, sondern alle Ratten weltweit übernahmen augenscheinlich dieses Wissen, oder – anders ausgedrückt – die Ratten dieser Welt waren immer auf demselben Stand und mussten also auf unerklärliche Weise miteinander verbunden sein. Das aber konnte und durfte nach aller herrschenden Logik nicht sein.

    Viele andere logisch unerklärliche Phänomene tauchten plötzlich auf, die in Sheldrakes Feldern eine Erklärung fanden. Warum zum Beispiel haben die Marder dieser Welt überall ziemlich zeitgleich angefangen, ihre Lust an Autokabeln zu stillen, obwohl sie das jahrzehntelang nicht gemacht hatten? Wenn nur einer alleine damit begonnen hatte – die Verbreitung dieser tierischen Unsitte hätte Jahrhunderte gebraucht, vorausgesetzt, er hätte sie sozusagen auf konventionellem Wege an seine Kinder weitergegeben und diese an ihre und so fort. Über den Kanal England oder gar über das Meer wäre das Verhalten mit dieser Methode allerdings wohl nie gekommen. Tatsächlich ist es aber längst überall in Marderkreisen bekannt, und Autofahrer aller Herren Länder und Inseln haben das Staunen über diesen neuen 'Brauch' gelernt."

    Quelle: http://www.remoteviewer.de/sheldrake/rituale.html

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  11. Der Autor von „Hamlet 4 You“, der in Ulm geborene Augsburger Theatermacher Sebastian Seidel, war in der dritten Vorstellung. Er hat viel gelacht. Wir waren danach noch aus, im „Michelangelo“. (Wanderer kommst Du nach Ulm, gehe ins Theater Neu-Ulm und danach ins „Michelangelo“ auf der anderen Donau-Seite!) Der Wein war gut, die Stimmung auch. Seidel, der im Oktober sein Werk im eigenen Theater uraufgeführt hatte, meinte, er sei überrascht gewesen, wieviel bei uns anders als bei ihm gewesen sei. Ich habe gesagt, das verstünde ich nicht, man könne da doch gar nichts anders machen als wir. Ihr seht: Wir waren uns einig. Mit von der Partie war auch Birgit Linner. Birgit ist eine der besten deutschen Theatersportlerinnen („Isar 148“, München). Sie spielt in Augsburg den Johannes, die Figur, die bei uns Johanna heißt und von Joana Dentler gespielt wird. Joana könnte keinen Johannes spielen, Birgit aber sehr wohl eine Johanna. Wiewohl sie hervorragend einen Johannes gibt. Eigentlich müsstet Ihr beide sehen, aber wer verirrt sich schon nach Neu-Ulm oder gar nach Augsburg?

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  12. In Ulm, um Neu-Ulm und Augsburg herum
    Die "Hamlet for You"-Inszenierungen in Augsburg und Ulm sind komplett verschieden und doch verbindet sie das Wichtigste: Sie bringen die Zuschauer zum Lachen über das Leben an sich. Es ist ein Spaß, der nicht verheimlicht, dass das Leben Theater und das Theater Leben ist. Gerade auch in Schwaben!

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  13. Hallo Kollegen,
    jetzt habt Ihr mich noch neugieriger gemacht.
    Ich komm im Sommer, um Eure Version Eures eigenen Stückes anzusehen.
    Ihr müsst ja wissen, dass die beiden Inszenierungen komplett unterschiedlich sind – Ihr habt ja beide gesehen…

    Ich bin also gespannt, was Ihr anders gemacht habt.
    Noch nix verraten, bitte.

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  14. Eines der nachhaltig phantastischsten modernen Stücke, die ich im letzten Jahr sah, war (bezeichnenderweise) "Die Dummheit" von Rafael Sprengelburd an der Berliner Schaubühne. Fünf Darsteller spielen 24 Rollen (dieses übrigens in jeder Form brilliant) und führen dramaturgisch gekonnt die parallel laufenden Handlungen ad absurdum.

    In einer Kritik der Berliner Zeitung heisst es dazu abschliessend:
    "Die Darsteller haben Spaß, das Publikum nur begrenzt. Man lacht oft, langweilt sich noch öfter, versteht im Chaos nichts und schöpft den Verdacht, dass man als geistig behindertes Mädchen mehr kapiert hätte."

    In einem Gespräch mit den Schauspielern erfuhr ich, dass das Stück tatsächlich schlecht besucht war, wobei ich mich nicht dazu hinreissen lasse, das Ausbleiben von Publikum ausschliesslich auf schlechte Kritiken zu schieben. Und generell steht dem Kritiker eine negative Meinung ja frei. Wünschenswert wäre allerdings ein Bewusstsein unter den Lesern der Dinger, dass es sich dabei stets um ein letzten Endes subjektives Meinungsbild handelt, welches meistens eine Überprüfung wert ist.

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  15. Ja, das mit dem Subjektiven…
    In meinen Hinweisen zu einer Rezension bringe ich ja, dass ein Rezensent nicht bloß kritisieren (kommentieren) soll, sondern auch berichten, was so passiert ist.
    Wenn er nur schon mal die Publikumsreaktionen mit erwähnen würde – ob es Zwischenapplaus gab, ob viel, wenig oder gar nicht gelacht wurde, geweint oder gestöhnt, wie lang und welcher Art der Schluss-Applaus war…
    Hat er Stimmen nach der Vorstellung eingefangen? Wie sind die ausgefallen…

    Ich such gerade verzweifelt die beiden Rezensionen, die nach einem Gastspiel in Lahr geschrieben worden waren. Tatsächlich waren beide nach gewissen Qualitätsmaßstäben gut bis sehr gut, sie waren fachlich einwandfrei.

    Aber die Rezensenten kamen zu völlig entgegengesetzten Urteilen: Der eine schrieb "Schmiere", der andere "Burgtheater" (im positiven Sinne).
    Das waren die beiden Rezensionen, die sich bezüglich des Bausteins "Kritik" am signifikantesten unterschieden bei ansonsten handwerklich-fachlichem hohen Niveau. Ansonsten sind mir schon häufig divergierende Urteile zur selben (Premieren-)Vorstellung untergekommen. Arm sind die, welche nur eine Rezension bekommen. Bei uns sind es häufig drei oder sogar vier.

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  16. Es hat uns nochmals getroffen: Der Rezensent des "Hamlet 4 You" hat auch über "Freundinnen" geschrieben. Jetzt sage ich: unsäglich.

    In dem mit "Verschiedene Halbzeiten" (ist er ein verkappter Fußballreporter?) überschriebenen Artikel liest man unter anderem:

    "So leichthändig die Zicken-Duelle der Protagonistinnen am Anfang von der Bühne kommen und für Vergnügen im Saal sorgen, so schwerfällig geraten Stimmung und Tempo, wenn am Schluss für Tiefgang, ja Dramatik gesorgt werden soll."

    Und der Artikel schließt auf einmal: "Immerhin versöhnt das bittersüße Finale (Anm. d. Säzzers: "Doch ein Fußballer?") mit einigen hübschen Einfällen für die Wartezeit."

    Der Rezensent verzichtete am Premierenabend darauf, ein paar Worte mit den Autoren zu wechseln, die eigens aus Dublin angereist waren, um zu erleben, wie ihr Werk zum ersten Male auf einer Bühne umgesetzt wird, erwähnt nicht mal Ihre Anwesenheit. Dabei würde in einem Fußballbericht doch zum Beispiel stehen "unter den Augen des Bundestrainers" – wenn der bei einem Spiel im Stadion wäre…

    Lohnt es, soviele Worte drum zu machen? Nein!

    Ich greife das hier nur noch mal auf, weil mich nach der gestrigen Vorstellung zwei Frauen explizit angesprochen haben. Die eine (mit verweinten Augen) sagte: "Das war ja so bewegend…" Und die andere fiel ihr ins Wort: "Unglaublich, spannend bis zur letzten Sekunde – gut, dass es halbwegs gut ausgeht…" Ähnliche Reaktionen haben wir nach jeder Vorstellung.

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  17. In vier Wochen ist die nächste Premiere.
    Die spielen wir mal ganz klein.

    Fand ich doch jüngst was Nettes von einem Intendanten-Kollegen zum Thema:

    „Wenn mal ein Stück von der Presse sehr gut angenommen wird, ist noch lange nicht gesagt, dass das Publikum dann strömt. Und wenn ein Stück verrissen wird, und in der Provinz wird Boulevard meist verrissen, weil man seitens der Presse nicht Provinz sein will, sondern anspruchsvoll, also nach einem Verriss ist das Stück erst mal vier Wochen leer.“

    Taktisch klug also: auf Rezensionen verzichten.
    Mal sehen, ob’s funktioniert.

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  18. Jetzt haben wir mal die Presse nicht eingeladen, da ist sie freiwillig doch gekommen. Zwei Damen, die dann höchst unterschiedlicher Meinung waren und zu diametral entgegengesetzten Urteilen kamen. Ich bedauere immer die Kolleginnen und Kollegen, die in Städten arbeiten, wo es nur eine einzige Zeitung gibt.

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  19. Oh ja, das war 2 Jahre lang mein Schicksal:

    Die ortsansässige Rezensentin war auch Lebensgefährtin des Chefregisseurs. Las man Kritiken über ein Stück, das er inszeniert hatte, entstand das Gefühl eine Sternstunde deutschen Theaterschaffens verpasst zu haben.
    Nach einer Auseinandersetzung des Theaters mit der Zeitung, in der genau dieser Umstand (Sie ist seine Lebensgefährin und nicht objektiv) thematisiert wurde, schrieb einer ihrere Kollegen die Kritiken.
    Das führte dazu, daß es nur noch Inhaltsangaben zu den Stücken gab…

    Seitdem nehme ich Kritiken – hoffentlich – nicht mehr so wichtig!

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  20. Im Prinzip stimme ich schon zu, dass man Rezensionen nicht so wichtig nehmen soll.
    Aber: Theater ist doch auf Dialog angelegt, auf Impulsgeben, ist Aktion, die auf Reaktion wartet.
    Teil dieses Prozesses ist auch die veröffentlichte Reaktion, so zum Beispiel die Rezension. Und da erwarte ich vom öffentlich Reagierenden mindestens soviel Professionalität, wie von mir verlangt und auch erbracht wird.
    Wie subjektiv aber alles ist, haben wir gerade wieder mit unserem „Freundinnen“-Gastspiel bei den Theatertagen in Fürth erfahren: Der Rezensent bescheinigt den drei Kolleginnen, sie hätten „solide“ gespielt (eine ungehörige Formel), aber das Stück hat dem Manne nicht gefallen. Nun, da kann dem Mann nicht geholfen werden. Als Frau wäre es ihm wohl näher gegangen.
    Die Fürther haben aber nur ihre Nachrichten – und müssen „fressen“, was ihnen aufgetischt wird. Beim Gastspiel haben sie nicht mal die Möglichkeit, sich anschließend selbst zu überzeugen.
    Aber na ja…

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  21. Jetzt wollte ich auf die Gedanken von Katja Riemann zum Thema Kritik hinweisen. Aber: Sie hat ihre Seite wohl stillgelegt. Da gibt es nur noch ein Foto von ihr, ihre Initialen und den lapidaren Satz

    "Ich wünsche einen schönen Tag."

    Ich wünsche ihr alles Gute. Wahrscheinlich hat sie manches in letzter Zeit sehr genervt. Verstehe ich total. Ich bin nur mal gespannt, ob sie für "Der Faust" tatsächlich nominiert wird. Ich wünsche es von Herzen. Und bleibe dran, um sie für ein Gastspiel zu gewinnen mit "Szenen einer Ehe".

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  22. Am 13. März postete der Autor und Regisseur von „Hamlet for You“, der gebürtige Ulmer und Wahlaugsburger, nachdem er unsere Inszenierung seines Stückes gesehen hatte, seinen Eindruck (s.o.). Heute waren wir ins Augsburg. Leider konnte wegen Gewitters nicht open air gespielt werden. Schad, aber nicht zu ändern. Na soooo verschieden fand ich es nicht. Allerdings spielt in Augsburg die Birgit Linner mit. Und die ist tatsächlich einmalig. So eine Kollegin sieht man so schnell nicht wieder. Und insofern ist dann die Augsburger Version ziemlich anders, ziemlich einmalig. Wanderer, kommst Du nach Augs…

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  23. Ein paar Pemieren weiter … betrachten wir die Lage entspannt. Zwei von drei Rezensionen zur letzten Produktion („Die Kaktusblüte“) sind formal nicht zu beanstanden. Sie enthalten alle notwendigen Informationen. Alle drei loben pauschal. Soll man zufrieden sein? Ja, man sollte sich freuen und dankbar sein, nicht einfach so ganz oberflächlich behandelt worden zu sein. Gerade angesichts so manch anderer Erfahrungen…

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  24. Katja Riemann ist -Holldriho! – wieder am Netzt. Und da findet sich was Schönes unter Überschrift "Kritik". Clickt hier Und so ganz nebenbei: Wir sind noch ein paar Premieren weiter("Männerhort", "Honigmond" und – gestern: "Sex – aber mit Vergnügen!"). Es bleibt dabei: Lernen wir, mit den Rätseln zu leben!

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  25. Jetzt passiert wieder was Komisches:

    „Sex – aber mit Vergnügen!“ hatte in der größten Tageszeitung der Region eine Rezension. Die anderen waren zur Premiere nicht erschienen. Kaum war aber Die eine Rezension zu lesen, meldeten die anderen ihr Interesse für die zweite Vorstellung an. Ausgerechnet zur „Zweiten“ kommen sie, die andere Tageszeitung und ein von Hunderttausenden frequentiertes Internet-Portal. Die „Zweite“ ist heute Abend. Und unsere Protagonistin darf sowas wie „Lampenfieber II“ haben. Drücken wir ihr die Daumen und spucken nochmals unser toi, toi, toi – auch wegen des Publikums, welches zur Vorstellung strömt.

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  26. Pingback: » Glückwunsch! AuGuSTheater Neu-Ulm: DAS Theater macht Sinn und Spaß

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