Charleys Tunte beim Black Jack


Charleys Tunte

Der Titel ist das Ergebnis einiger Runden Ouzo, die Autor Heribert Benjamini mit seinen griechischen Freunden nachts in einer italienischen Eisdiele in Bayern gedreht hat. Die Farce wurde am 9. Juni 2007 uraufgeführt.

Der Inhalt ist schwer erzählt. Es kommen einige Würdenträger vor: zum Beispiel der das Weihrauchfass schwenkende und um den Altar walkende Erzischof Lehmann im Vergleich zu um den Marterpfahl tanzenden Indianern; es werden Fragen aufgeworfen, zum Beispiel, ob die Mullahs nicht alle ein wenig Mixa sind, wenn auch irgendwie doch wieder anders; hatte der Papst mal eine Pubertät und was bewegt eine hessische Richterin, einem seine Frau prügelnden Muslim mildernde Umstände zuzubilligen? Auch der Innenminister Schäuble, kommt mit seiner Parole: Die Christen sollen sich nicht aufregen, weil die Muslime so fromm tun, nein, die Christen sollen sich lieber eine Scheibe von den Muslimen abschneiden und – ihrerseits wieder fromm tun.

Fragt sich nur: Wie fromm? Radikal fromm? So bombig fromm? Doch wohl nicht, eher moderat – keine Vielweiberei, aber viele Kinder, papstfürchtig leben, fromm, ohne Fromms!

Aber das Thema ist eigentlich: Indentität. Wir spielen alle, aber nach welchem Drehbuch? Wer ist wer? Fragen eines Darstellers:

"Gehören meine Fragen und diese Gedanken überhaupt zu meinem Text? Denkt meine Figur überhaupt was Eigenständiges? Reflektiert Pussy Galoor über ihre – oder sollte ich sagen: seine Existenz? Weiter im Text – sagt man so schön. Aber wie soll es weiter gehen? Worauf soll alles hinauslaufen? Was soll am Ende rauskommen? Das weiß ich doch auch nicht, verdammt noch mal. Ich hab das Stück doch nicht geschrieben. Wissen Sie denn, was Ihre Rolle als nächstes von Ihnen verlangt? Kennt hier überhaupt jemand seine Rolle?"

"Charleys Tunte beim Black Jack" ist die Begegnung eines reiferen Herrn in Frauenkleidern mit einer jungen Frau, welche die Hosen anhat. Woher die beiden ihre Texte haben, wissen sie selbst nicht, sie sind ja nur Figuren in einem Stück. Wenn sie nicht wissen, wie es weiter geht, legen sie Karten oder rufen den Autor an.

Anruf einer Bühnenfigur in einem Stück beim Autor

3 Gedanken zu “Charleys Tunte beim Black Jack

  1. UUUUHH, das war ne Uraufführung… Am meisten gelacht hat, ja, tatsächlich (!), die eine der beiden Rezensentinnen. Am meisten verbiestert geguckt hat die andere.

    Und das restliche Publikum? Schlecht einzuschätzen. Eher ratlos ! ? War wohl etwas – überfordert?

    Es ist jedenfalls spannend. Wie wird sich das wohl entwickeln? Wir haben jedenfalls von der Generalprobe bis zur Premiere noch so vier Fünftel Text umgeschmissen, Neues eingebaut, aktualisiert.

    Die nächste Aufführung ist erst am kommenden Freitag, da kann ja noch viel passieren.

    Vorher machen wir noch einen dreitägigen Studientrip nach Wien… Bei der Gelegenheit kommen uns sicher auch noch Einfälle.

    Farce ist Farce ist Farce, schnell, schräg, verstörend, irritierend, unpopulistisch.

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  2. Dem Lachverhalten entsprechend sind die Rezensionen ausgefallen: eine überschwänglich, dafür die andere etwas verquast.

    Das Publikum will jedenfalls rein: am heutigen Freitag und am morgigen Samstag ausverkauft. Für morgen müssen wir das Theater sogar wieder umkrempeln, damit mehr Stühle reingehen. Im Juni! bei dem Wetter! Das Publikum ist unberechenbar, ein Tier. Und es übwerrascht auch positiv…

    Wien war – na lest den Blog-Beitrag.

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