Ja – da schau an!


Als der Deutsche Bühnenverein Mitte Dezember in einer Mitglieder-Info uns darauf hinwies, dass die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages ihren Bericht abgeliefert und veröffentlicht hat, hab ich natürlich gleich geguckt, ob ich (als freies Theater) auch drin vorkomm. Ich komm vor! Und ich fühl mich gar nicht so schlecht beschrieben und eingeordnet. Wer auch freies Theater macht ist vielleicht interessiert an einschlägigen "Stellen". Da Sören gerade auch den Link gepostet hat, bringt er mich drauf, meine Arbeit, die ich für einen Newsletter an die Freunde unseres Theaters geleistet hatte, hier auch Euch zur Verfügung zu stellen. Bin gespannt, was Ihr dazu sagt!

(Wer diesen Bericht ganz lesen will, kann das hier tun.) Hier meine Auszüge:

"Es entsteht der Eindruck, dass die Leistungen des Freien Theaters bislang in deutlichem Missverhältnis zur Wahrnehmung, Anerkennung und Förderung durch alle politischen Ebenen stehen.

……

Der Begriff 'Freies Theater' kennzeichnet eine professionelle Arbeitsweise, die hauptberuflich ausgeübt wird.

……….

Freies Theater repräsentiert ein breites, meist experimentelles
künstlerisches Spektrum. Freie Theater erschließen neue Stoffe, Themen und Spielweisen für das Theater, arbeiten oft genreübergreifend und an theaterfremden Orten. Freies Theater erschließt neue Publikumsschichten
und neue Spielorte. Eine Vielzahl künstlerischer Neuerungen der vergangenen Jahre wurde von Freien Theatern entwickelt und anschließend auch von Stadt- und Staatstheatern übernommen.

……….

In der Regel besteht zwischen öffentlichen und Freien Theatern eine wachsende Konkurrenz um Spielorte, künstlerische Ausdrucksformen und Zuschauer. Stadt- und Staatstheater nehmen immer mehr die Arbeitselemente der Freien Theater für sich in Anspruch. Dies geschieht nicht nur durch die Bespielung von theateruntypischen Orten, sondern auch in Bereichen, die bislang den Freien Theatern vorbehalten waren
wie Schulen, Kindergärten etc. Hier bieten die öffentlich geförderten Theater oft Produktionen zu finanziellen Bedingungen an, welche für Freie Theater nicht einmal zur Deckung der Kosten reichen. Damit fehlt dem Freien Theater eine wichtige Einnahmequelle und wird ihm de facto die Existenzgrundlage entzogen.

……………….

Freie Theater finanzieren ihre Arbeit zu einem großen Teil über 'Eigenmittel'. Dazu zählen Sachleistungen jeglicher Art wie Arbeitszeit, Räume und Grundausstattung. Freie Theaterkünstler übernehmen oft mehrere Theaterfunktionen in Personalunion. Grund dafür sind auch die zumeist nicht ausreichende Grundfinanzierung der laufenden organisatorischen Theaterarbeit wie Mittel- und Auftragsakquisition sowie Buchhaltung und Finanzwesen. Deshalb mangelt es im organisatorischen Bereich dem Freien Theater oft an Know-how und qualifiziertem Personal. Doch selbst mit dem Einsatz dieser 'unbezahlten Arbeit' und den begrenzten Einnahmen wie Eintritt lässt sich die Finanzierungslücke Freier Theaterarbeit nicht schließen."

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