„Casting“ bei Herbig – Bo eyh!


Hatte da nicht jemand von uns sich sehr entrüstet über die Abzock-Nummer von Herbig? In der Tageszeitung las ich dann von einem Kollegen des Theater Ulm, der nach München zu dem sogenannten Casting gefahren und nach Kenntnisnahme der Konditionen völlig entrüstet stante pede wieder abgereist war. Auch unser „Männerhort“-Kollege Holly wusste sehr Merkwürdiges zu berichten. Und nun zapp ich (ein TV-Hasser, zugegeben) vorgestern zufällig in diese Bully-Kiste: Die zwei Minuten, in denen sich ein Kollege als „Bankräuber“ völlig entblödet, muss ich sofort wegzappen. Sowas ertrag ich nicht, genausowenig wie einen sich verhaspelnden Radiosprecher. Leute, wieso machen da „Gelernte“ mit? Bully hin und Herbig her. Holt mich hier raus! Und ich hab nu gar nichts gegen Lachen und Humor – ganz im Gegenteil! Ich plädiere für „Theater auf Krankenschein“ und halte es

einerseits mit Franca Rame, die sagt:

„Wir glauben, dass Klagen falsch ist. Du weinst, gehst traurig nach Hause, sagst: Wie hab ich schön geweint, und schläfst erleichtert ein. Nein wir wollen euch zum Lachen bringen Es öffnet sich nicht nur der Mund beim Lachen, sondern das Gehirn. Und ins Gehirn können die Nägel der Vernunft eintreten.“

und andererseits mit Dario Fo, der sagt: „Wahres Volkstheater ist immer lustig, auch wenn es ernste Themen behan­delt. Die Satire ist die Waffe des Volkes, sie ist der höchste Ausdruck des Zweifels, die wichtigste Hilfe der Vernunft. Wenn man politisches Theater schreiben will, darf man nicht Essays und Kommentare schreiben, sondern man muss unterhaltend sein, sonst dient man weder dem Theater noch der Politik. Von allen Theater­ formen ist die Komödie die effektiv­ste. Eine Tragödie zielt auf das Herz und auf die Tränen, aber wenn die vergossen sind, ist die Wirkung vor­ bei. Eine Komödie dagegen funktio­niert über das Lachen und das Erkennen, also über den Kopf, damit kann man mehr und Nachhaltigeres bewirken, als mit einer abstrakten Katharsis.“

Aber Buly Herbig? Der ist doch nicht humorvoll, allenfalls albern. Mit Verlaub. Und nach der Castingnummer für die starken Männer ist er nur noch hui-bui-blui!

Widersprecht, wenn Ihr Argumente habt!

Und weil gestern Abend das Erste in unserer Region völlig gestört und damit etwas, was man hätte ansehen können, nicht zu sehen war, landete ich auch noch in der Musical-Star-Gottschalk-Patsche. Mensch, Mensch, Mensch! Heute, morgen und übermorgen hab ich wieder Vorstellung. Danach sitz ich immer in der Kneipe und nach Mitternacht am PC, wenn ich nich grade Dramaturgie lese (da hab ich gerade sieben, acht Stücke vor der Brust, die mich brennend interessieren). Somit bin ich die nächsten Tage üüüberhaupt nicht in Versuchung, die Glotze anzuschalten.

Über die Stücke, die ich lesen will, sag ich demnächst was…

Bis dann

Eure gute Luise, Schwippschester von Horste Schlämmer

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