Ganz normal


Gleich ist Vorstellung, Mitte Mai. Schönes Wetter. Biergartenzeit. Die Vorstellung wird nicht gerade überrannt sein. Heute mach ich Kassendienst und Technik. Da bleibt Zeit nachzudenken. Was spielen wir in den beiden Freilichtvorstellungen? Spielen müssen wir die, weil die inzwischen Kult sind und jedesmal rund 200 ZuschauerInnen in den Wirtsgarten unter die Kastanien ziehen, und: weil der Landkreis seinen Mini-Zuschuss an diese beiden Gastspiele knüpft.

Aber im Freien, im Biergarten… Was wir da schon alles gespielt haben… "Heinz Erhardt & Ko" wäre noch eine Option. "& Ko" – da lässt sich vieles unterbringen, aber erfunden muss es noch werden.

Weiter muss man überlegen, ob man Anfang August in Kiel gastiert. 700 Kilometer Fahrt. Eine Richtung. Und mitten in den Ferien. Mal sehen – macht man halt ne Kurve über Berlin und guckt, was die am Ku'damm spielen oder so…

Sollen wir bei der Kulturnacht im September mitmachen? Bringt maximal 400 Euro, dauert fast sechs Stunden, kostet die Gagen der Engagierten. Und was soll man zeigen? Die neuen Produktionen sind dann gerade angelaufen ("Über Männer" von Xavier Durringer) bzw. sind im Anfangsstadium der Proben ("Ganze Kerle" von Kerry Renard). Soll man da mit Zehn-Minuten-Schnipsel "werben" oder diesmal die Finger von der Kulturnacht lassen?

Soll man auf das ganz besondere Angebot des regionalen TV-Senders einsteigen und für die Werbung dort ein dementsprechendes Sümmchen hinlegen (Kostenpunkt: etwa die Höhe der Gage eines Kollegen für ein Vierteljahr)? Ist das zusätzlich drin? Bringt das ZuschauerInnen? Todsicher? Oder ist die Kohle rausgeschmissen?

Da wären noch ein paar Punkte zu überdenken, bei denen ich die Lösung noch nicht weiß.

Was ich genau weiß: Ich muss Schluss machen – die Kasse wartet.

4 Gedanken zu “Ganz normal

  1. Ihr habt s nicht leicht! Stellt sich mancher sicher zu rosig vor: Erfüllende künstlerische Arbeit, selbstbestimmte Tätigkeit, Ansporn, wenn das Publikum sich amüsiert, erhebende Gefühle beim Applaus… Wer denkt schon daran, dass ein Theater eben auch ein Wirtschaftsunternehmen ist. Aber – Ihr schafft das schon!

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  2. Hallo liebe Quasselstrippe, es beruhigt, wenn doch welche was verstehen… Dass Du mit Deinem letzten Satz richtig liegen mögest! Wir strengen uns jedenfallls an! An dem Abend vorgestern kamen zu "Honigmond" noch einmal soviele BesucherInnen an die Abendkasse wie vorbestellt hatten. Das hat uns sehr überrascht. Mit sowas kann man im Mai eigentlich nicht rechnen. "Sex – aber mit Vergnügen!" behauptet sich gegen die große Konkurrenz drumherum richtig Aufsehen erregend. Toll! Toll ist übigens auch Euer Beitrag über den MP Oettinger. Frage ist nur, ob L. nicht inzwischen zuviel Ehre angetan wird – der taucht ja überall auf. Na ja, soll er. Für alle hier Mitlesenden die URL, auf der Quasselstrippe blogt: Virtuelles Gasthaus Donaufisch. Übrigens ist eine nennenswerte Anzahl Stammtisch-Brüder und -schwestern aus dem "Donaufisch" (mindestens virtuell) Theatergänger – sagt meine Statistik.

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  3. Ich hoffe, ein paar Gäste des Virtuellen Gasthauses besuchen nicht nur Eure Website. Und weil Du ihn in Deinem Text erwähnt hast, muss ich bekennen : Seit meiner Kindheit bin ich großer Verehrer von Heinz Erhardt.

    „Hinter eines Baumes Rinde
    Saß die Made mit dem Kinde.
    Sie war Witwe, denn ihr Gatte
    Fiel vom Blatte.
    Diente so auf diese Weise
    Einer Ameise als Speise.“

    Manche seiner Texte begleiten mich schon ewig.

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  4. Ja, der Heinz Erhardt. Unsere Eigenproduktion "Himmlischer Käse" (einer seiner Gedicht-Titel) war zu großen Teilen dem zweitbeliebtesten deutschen Humoristen gewidmet. Allerdings hatten wir da auch den "anderen" Heinz Erhardt vorgestellt – zum Beispiel seine "Flecke". Die hat er auf der Bühne wohl seltener gebracht. Auf Tonträger kenne ich es gar nicht. Hier – für Dich – eine gelesene Version: Flecke

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