Anderen geht es nicht anders


Manchmal denkt man, man ist irgendwie allein auf weiter Flur. Alle anderen machen alles anders.

Gestern hatte ich das Gefühl wieder verstärkt, so kurz vor den beiden Silvestervorstellungen. Dann macht mich mein Google-Alert auf diesen Text aufmerksam. Also Mensch, da könnte ich Vieles unterschreiben.

Ob ich sooo langweilig bin, wie der Kollege W.A. Müller zu sein vorgibt, weiß ich nicht. Ich kann auch nicht sage, dass ich mich nicht erinnern könnte, je einen Rausch gehabt zu haben – allerdings hatte ich den ersten mit 22 und dann lange wieder keinen mehr. Der erste war nach sieben gläschen Himbeergeist. Am nächsten Morgen trieb mir der Wind nicht das Wasser in die Augen, sondern Himbeergeist. Ich kann seit damals Himbeergeist nicht riechen!

Ich werd auch noch keine 65. Aber weit weg bin ich auch nicht.

Nun lest mal das Interview, der Rest ist fast wie bei mir.

Ich weiß nun nicht, wie Müller gestern überstanden hat.

Bei mir war es so, dass ich nach zwei ausverkauften Vorstellungen ziemlich happy war. Das Publikum in der ersten Vorstellung war etwas reaktionsfreudiger während der Vorstellung. Eine Kollegin, die zum ersten Mal bei uns spielt, sagte in der Pause: "Die lachen ja wie blöd. Haben die Drogen genommen?" Das Publikum der zweiten Vorstellung war etwas verhaltener, aber das kennen wir seit 30 Jahren, die wir regelmäßig an Silvester zwei Shows liefern. Gestern hat das Publikum allerdings zum Schluss heftig im Takt geklatscht.

Besonderes Vorkommnis: In der ersten Vorstellung ist der linke der beiden hinteren Leuchttürme (der Blaue, links neben dem Stuhl) beim eininszenierten Verschieben zu Bruch gegangen. Wir haben weiter gespielt, als ob nichts wäre, haben nur mit einem Satz in der Schluss-Szene darauf angespielt – Mordslacher beim Publikum. Das war dann nach der Vorstellung DER Gesprächsstoff im Foyer. Zum Glück war unser Bühnen- und Kulissenbauer noch da. Er hat sein Werk in der Pause zwischen den beiden Vorstellungen repariert. Durch irgendeinen Umstand hatten wir auch noch vier Leuchtstoffröhren im Keller und konnten die zu Bruch gegangenen ersetzen.

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2 Gedanken zu “Anderen geht es nicht anders

  1. Ich kann nur sagen dass ich durch meine Doppelvorstellungen an Silvster den Jahreswechsel total surreal fand. Eben noch auf der Bühne knallts und sprudelts überall und ich hab mich gefragt, was der ganze Driss denn eigentlich soll 🙂 Mir gehts, von den 65 Jahren WEIT entfernt immer mehr so, dass ich Geburtstage, Silvester o.ä. total irrelevant finde. Tage halt. wie andere auch. Dass Ihr solche Kulissenprobleme hattet und Euch gut aus dem Chaos retten konntet, so dass Euer Publikum am Ende noch drüber lacht ist doch viel wichtiger als eine Uhr auf der plötzlich 00:00 steht und alles kreischt als fielen Scheine oder glühende Kohlen vom Himmel.
    Schöne Geschichte auf jeden Fall, andere würden sagen: Einer Silvesternacht angemessen.
    Frohes Neues und weiter viel Erfolg!

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