Wenn die Familie zur Zweierbeziehung schrumpft



Der Käufer eines toten Papagei will den Vogel zurückbringen. Der Zoohändler will ihn nicht zurücknehmen und findet immer neue Ausreden. Als der Käufer (John Cleese im berühmten Sketch der Monty Python-Truppe „Der Papagei ist tot“) das tote Tier zum Beispiel mehrfach auf die Theke haut, sagt der Händler, nun sei es betäubt.

Auch Rudi Kellermann im neuen Stück des AuGuSTheater Neu-Ulm „Frühstück bei Kellermanns“ verschließt die Augen vor neuen Realitäten. Die Kinder sind flügge, „der Papagei ist tot“, das Nest ist leer, aber Rudi will das einfach nicht wahrhaben, er will dass „die Gören, die man 23 Jahre lang groß gezogen hat, weiterhin am Sonntagmorgen pünktlich am Tisch sitzen“. Er kommt nicht damit klar, dass sie, großjährig hin oder her, über Nacht wegbleiben, auch ansonsten nur noch Gastrollen spielen im Elternhaus, sogar in eine WG ziehen. Auch seine Frau Lotte benimmt sich aus seiner Sicht immer komischer.

Ursula Haucke (unter anderem Autorin der TV-Serie „Papa, Charly hat gesagt“) hat zum Thema „empty nest“ ein unterhaltsames Theaterstück geschrieben. Thema: Was passiert mit den Eltern, wenn das Nest plötzlich leer ist und die Familie zur Zweierbeziehung schrumpft? Es ist ein Stück mit viel Humor, aber kein Schenkelklopfer-Stück, eher eines, bei dem die weiblichen Zuschauer ihren männlichen Begleitern den Ellenbogen in die Seite rammen, um diese auf ihre Seelenverwandtschaft mit Rudi hinzuweisen. Samstag, 10. April 2010 ist Premiere, 20 Uhr. Karten kann man hier bestellen.

Posted via email from augustheater’s posterous

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