K??nstler gesucht


Der Landkreis Neu-Ulm erarbeitet derzeit ein Kreisentwicklungsprogramm. In diesen zweij??hrigen Prozess sind auch interessierte B??rgerinnen und B??rger einbezogen. Die beiden Theatermacher Claudia Riese und Heinz Koch, parit??tische Leiter des Theater Neu-Ulm, sind in zwei Arbeitskreisen mit von der Partie: „AK Mensch und Gesellschaft“ und „AK Bildung und Wissenschaft“. Die Grundidee des K??nstler-Duos: „Ohne K??nstler und ohne Kunst kann die Zukunft nicht bew??ltigt werden!“ F??r ein Pilotprojekt werden K??nstler aller Sparten gesucht.

Der theoretische Ansatz: Die Menschen m??ssen innovationsbereit und innovationsf??hig sein, wenn sie ihre Zukunft meistern wollen. „pantha rei“, alles flie??t, alle m??ssen sich darauf einstellen, dass sich alles immer wieder ??ndert. Zeitgen??ssische Kunst stellt alte Fragen (des Menschseins) immer wieder neu. Deswegen ist moderne Kunst auch nicht Massen-kompatibel. Aber: Was K??nstler aus ihrer Arbeit lernen, erfahren und verarbeitet haben, k??nnen sie weitergeben: neue Perspektiven gewinnen, andere Sichtweisen akzeptieren, den Blickwinkel ver??ndern, ungewohnte Rollen spielen, Verst??ndnis f??r andere Rollen entwickeln, gewohnte Muster verlassen und Neues probieren.

„Ich hab es ??fters r??hmen h??ren, ein Kom??diant k??nnt einen Pfarrer lehren“ , l??sst Goethe im „Faust I“ (Vers 526 f.) den Wagner sagen. Nach dem Motto, so propagieren Riese / Koch, sollten K??nstler auch in gesellschaftliche Prozesse miteinbezogen werden. So wie das Schauspielertraining inzwischen als „Theatersport“ frischen in die Theaterlandschaft bringt und auch den Weg ins TV gefunden hat, so kann man diese Elemente und jede Menge anderer k??nstlerischer Techniken und Fertigkeiten einsetzen in unterschiedlichsten Bereichen.

Die Macher des Theater Neu-Ulm suchen jetzt zun??chst einmal K??nstlerkolleginnen und -Kollegen aller Sparten, um eine „K??nstlerkartei“ aufzubauen.

Die „K??nstlerkartei“, welche die beiden Initiatoren letztlich beim Landratsamt Neu-Ulm etabliert sehen wollen, w??re aus ihrer Sicht Teil / Basis einer w??nschenswerten und anzustrebenden „Kulturentwicklungskonzeption“ sein k??nnte, in der Leitlinien, Priorit??ten und Rahmenbedingungen f??r die Kulturpolitik im Landkreis Neu-Ulm f??r die n??chsten Jahre festgelegt werden, wobei einzelne Anregungen und Vorschl??ge sich auch an den Bund und den Freistaat Bayern richten k??nnten. Daran mitarbeiten sollten dann in einem breiten demokratischen Prozess kulturinteressierte B??rgerInnen, PolitikerInnen, K??nstlerInnen, Kulturschaffende und ExpertInnen. Die dann erarbeitete Konzeption m??sste dann dem Kreistag zur Beschlussfassung vorgelegt werden, sollte aber dann weiterhin als „work in progress“ verstanden werden, der angesichts des kulturellen und gesellschaftlichen Wandels immer wieder – wo notwendig – zu neuen Beschl??ssen und Aktivit??ten f??hrt.

Mit den K??nstlerinnen und K??nstlern, die sich f??r die Aufnahme in die K??nstlerkartei melden und aktiv werden wollen, soll dann ganz praktisch ein Pilotprojekt gestartet werden, in dem zuk??nftige Wege ausprobiert werden. Der Ansatz daf??r: Verschiedenste Entwicklungen auch im Landkreis Neu-Ulm lassen es angeraten sein, ganzt??gige Angebote f??r Kinder und Jugendliche zu machen.nach dem Verst??ndnis der Theatermacher Riese und Koch gehrt es dabei um ganzheitliche Angebote, die nicht aus dem Zwang geboren sind, Kinder und Jugendliche „aufzubewahren“, sondern ihne Chancen zu er??ffnen, Kompetenzen zu erwerben, Potentiale zu entwickeln, als Pers??nlichkeit zu wachsen, sozial-f??hig(er) zu werden.

??ber die konkreten Inhalte sollen sich die K??nstlerInnen, die sich zu dieser Arbeit bereitfinden, gemeinsam Gedanken machen. Die Arbeit sollte im Pilotprojekt eng verzahnt werden mit einer Schule, die wom??glich als Tr??ger des Pilotprojektes agiert und Vertr??ge mit den K??nstlerInnen schlie??t, in denen alle Konditionen festgelegt werden. Ohne Kontinuit??t und Verl??sslichkeit w??re eine solche Arbeit nicht denkbar, Supervision muss gew??hrleistet sein, Kooperation mit Schulsozialp??dagogik, anderen Experten und ehrenamtlichen Kr??ften. Im Pilotprojekt und auch in sp??teren Projekten sollte die Schule auch der Mittelpunkt dieser Aktivit??ten sein.

Es liegt auf der Hand, in welchen Bereichen dieses Projekt substituierend wirken kann:

  • Problematiken, die aus Migration entstehen, sehr heterogene Gruppen Jugendlicher,
  • Gewaltpr??vention in Schulen,
  • Er??ffnen von Perspektiven in Richtung bislang nicht ins Auge gefasster Lebenswege,
  • Entwickeln von Kreativit??t allgemein,
  • Wege finden weg vom Objekt-Sein hin zum Subjekt-Werden,
  • Wecken von Empathie und anderen sozialen F??higkeiten,
  • Chancen auch f??r die beteiligten Agenten (K??nstlerInnen etc.).

Wer sich angesprochen f??hlt, kann sich melden unter heinzkoch@online.de

In erster Linie richtet sich dieser Aufruf nat??rlich an InteressentInnen aus der Region.

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