Theater für Eilige – Klassik plus Comedy


„Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust …“ – „Faust“ (Heinz Koch) mit dem Doktoranden „Wagner / Guttenberg“ (Richard Aigner) beim Osterspaziergang, „Faust“ und „Gretchen“, „Faust“ und „Mephisto“, „Faust“ und „Frau Mathe“.

Fünf Probewochen liegen hinter uns. „Fast Faust“ ist draußen. Die Premiere und die „Zweite“. Unabhängig von Rezensionen stellen wir fest: Gut gelaufen. Ein blog, der „Ulmer Spickzettel“, hat die Produktion so gut besprochen wie die Publikumsstimmen klingen, die wir auf Facebook, im Gästebuch und in umnserem blog „Publikumsstimmen“ einsammeln konnten:

  • Herrlich respektlos und dank der Schauspielerkunst ein wahrhaft interessantes Erlebnis.

  • Und wieder war das ein superschöner Abend bei Euch, so wie alle anderen! Vielen Dank für das tolle Stück – Fast Faust – weiter bitte danke…..

  • Schwere Kost locker vermittelt… ein toller Abend mit hohem Unterhaltungswert!

  • Es war super!

Trotzdem bangen wir jetzt. Theater im Mai – das ist immer schwierig. Und dann dieses Stück. „Fast Faust“, semantisch mehrdeutig. Ein „Beinahe-Faust“ sowie ein „Schnell-Faust“. Keine Fünf, keine vier Stunden, sondern zwei Mal knapp 45 Minuten plus Pause.

Inhaltlich: die komplette story erzählt, mit den markantesten Mono- und Dialogen des ollen Jöte im Original, aber immer wieder breaks, geschuldet der wahrhaftig komischen Situation, in welcher die beiden Akteure stecken, die den Kraftakt wagen.

Klassik plus Comedy. Wer den Faust sehen will, will vielleicht keine Komik dazwischen, drumherum. Und wer Comedy will, will wahrscheinlich nicht unbedingt die Sprache des Originals (siehe zum Beispiel, was Richard David Precht im Interview dazu sagt).

Das Verrückte: Was uns mächtig Spaß macht, ist nicht unbedingt Massen-kompatibel. Unser Humor muss speziell sein. Oder – die Leute lassen sich nicht auf Sachen ein, von denen sie nicht wissen, ob sie ihnen gefallen.

Vor ziemlich genau 30 Jahren haben wir gespielt: „Die schönsten Liebesszenen der Weltliteratur“. Damals bekamen wir einen Mordsverriss, weil „man nicht einfach Häppchen aus Werken der Weltliteratur zu einem solchen Potpürrée vermischen darf“. Das wollte uns eine Rezensentin untersagen.

Inzwischen ist sowas nu überhaupt nix Besonderes mehr. „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ (rund 120 Stunden Spieldauer auf 90 Minuten komprimiert), „Hamlet“ als „Hamlet 4 You“ für zwei Darsteller umgebosselt, „Die Räuber“ für wahlweise drei oder fünf Akteure umgeschrieben – da müsste unser Stück „Weltliteratur für Eilige“ doch auch akzeptabel sein. Wir sind gespannt.

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