Bart und Zöpfe ab: Pocket-Klassiker-Festival


Allenthalben leiden Stadtsäckel an Schwindsucht, ganze Nationen drohen Pleite zu gehen, da könnte man meinen: Auch die Theater müssten das Menetekel an der Wand zur Kenntnis nehmen. Stücke mit 57 Schauspielern für 57 Rollen? Nicht mehr zeitgemäß!  „Faust“? Kann einer allein spielen. In fünf Minuten. Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“? Ein Akteur und ein Musiker reichen …

Die Zeit ist reif für solche „Klassiker im Taschenformat“. Ausgerechnet – oder vielmehr: bezeichnender Weise – das kleinste bayerische Profi-Theater im Deutschen Bühnenverein,  das in der Innovationsregion (!) Neu-Ulm ansässige „Außergewöhnliches Goethe und Schiller Theater“ (nomen est omen), spielt nicht nur selbst Pocket-Klassiker, sondern plant für den kommenden Frühling  ein absolutes novum, nämlich das

„1. Neu-Ulm PocketKlassiker-Festival“.

Es soll acht Vorstellungen geben. Die Theatermacher Claudia Riese und Heinz Koch vom „Außergewöhnliches Goethe und Schiller Theater (!) Neu-Ulm“ arbeiten mit Hochdruck an  diesem außergewöhnlichen Projekt von überregionaler Ausstrahlung, welches es in dieser Form noch nirgendwo gibt: 15. (Eröffnungsfest) bis 25. März 2012 (Abschluss-Fest) geht über diverse Bühnen in Neu-Ulm.

„Klassisches ohne Zopf und Bart – 1. Neu-Ulmer Pocket-Klassiker Festival“.

Eine absurde Idee? Einstein hat gesagt: „Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie.“ Unsere Hoffnung:

Große Werke werden von kleinen Ensembles einem breiten Publikum nahegebracht.

Das AuGuSTheater Neu-Ulm (Außergewöhnliches Goethe und Schiller Theater) hat schon gespielt: „Hamlet 4 U“ (den ollen Shakespeare bearbeitet vom gebürtigen Ulmer Sebastian Seidel) mit zwei Schauspielern; auch Schillers „Die Räuber“ (in einer Version für 4H und 1D, die es auch noch schlanker gibt für 2H und 1D) standen bereits auf dem Spielplan; und derzeit wird ein „schneller Faust“, ein „fast Faust“ (verfasst von Albert Frank) geboten.  Man bekommt praktisch die komplette Faust-Geschichte erzählt, aber nicht stundenlang, sondern in 90 Minuten, mit Pause dazwischen. Das Wichtigste wird („die Stellen“ werden) im Originaltext geboten – nur schneller, kürzer („fast“ eben), Motto: „Goethe ist für alle da, valleri und vallera“. Was Presse und Publikum dazu sagen, kann man im online-Archiv des Theaters angucken. Wir behaupten jedenfalls: Nach dem Besuch unseres „Faust“ kann man tatsächlich überall, wo über „Faust“ geredet wird, kompetent mitreden. Wer sein Reclamheft mitbringt, kriegt nach der Vorstellung den Stempel des AuGuSTheater eingetragen und die Autogramme der Regisseurin und der Schauspieler dazu, Motto: „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.“

Dieses hübsche Spiel der Zertifikat-Vergabe werden wir auch beim Festival anbieten: Bringen Sie ein Teytbuch zum Stück mit und lassen sich ihre frisch erworbene Kennerschaft „mit Brief und Siegel“ bescheinig

Übersicht über den Stand der Dinge (20. November 2011) in Sachen Programm:

Datum Ort Titel Akteur(e)
Do 15. 03 Oldtimerfabrik Classic Opening-Fest Hubert Burghardt; Vorspiel auf dem Theater (Goethe): OB Gerold Norenberg (angefragt) AuGuSTheater Neu-Ulm, Heinz Koch, Siyou ‘n Hell;
Fr 16. 03. Oldtimerfabrik Classic Der Widerspenstigen Zähmung Bernd Lafrenz
Sa 17. 03. AuGuSTheater Willis wilde Weiber AuGuSTheater Neu-Ulm
So 18. 03. AuGuSTheater fast Faust AuGuSTheater Neu-Ulm
Mo 19. 03. off-Tag XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX
Di 20. 03. AuGuSTheater Der zerbrochne Krug Bridge Markland
Mi 21. 03. AuGuSTheater Die Räuber oder so Bernd Kohlhepp
Do 22. 03. AuGuSTheater Hamlet 4 You s’ensemble-Theater
Fr 23. 03. AuGuSTheater Orpheus in der Unterwelt Michael Quast, Rhodri Britton (Klavier) …
Sa 24. 03. AuGuSTheater  “Fasst Faust Karl-Heinz Helmschrot
So 25. 03. AuGuSTheater Abschluss des Pocket-Klassiker Festivals AuGuSTheater Neu-Ulm, Preisträger, Laudatorin: Dr. Beate Merk (angefragt)  Preissponsor, Musik: Ariane Müller (angefragt)

Künstler wie „Helge & das Udo“, Stefan „Kaminski on air“, Uli Böttcher oder auch Justus Neumann zeigten sich von der Idee sehr angetan und wären gern gekommen, wenn sie in dem geplanten Zeitraum nicht schon anderweitig gebunden gewesen wären.

Es wird nämlich ein Pocket-Klassiker-König gekürt, eben ein „Pocket-Klassiker Award“ vergeben. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, an deren Zusammensetzung wir arbeiten.

Die Preis-Skulptur wird vom einschlägig auffällig gewordenen Felix Burgel (Ulm) entworfen und realisiert. „Jüngster“ Träger eines „Burgel“ ist kein Geringerer als  John Malkovich – er erhielt beim diesjährigen Münchener Filmfest den von Burgel gestalteten „CineMerit Award„, gesponsert von Audi. Der Preis heißt also korrekt „Audi CineMerit Award“.

Wer sich nun Meriten verdienen und als Namensgeber für den „Pocket-Klassiker Award“ auftreten will, muss das Künstler-Honorar  übernehmen.

Es sollen nicht alle Festival-Vorstellungen im AuGuSTheater laufen. Es werden im  Stadtbereich Neu-Ulm derzeit noch drei Locations gesucht, die einerseits Platz für (Minimum) 140 ZuschauerInnen bieten und: gastronomische Optionen.

„Riese & Ko“ arbeiten daran, für jeden Abend einen Sponsor zu finden, welcher die Gage des Künstlers beziehungsweise des Ensembles übernimmt.

Kern-MedienPartner ist die Südwest Presse. Wann es Karten gibt, wo es die gibt und alle weiteren Informationen werden bekannt gegeben über die Südwest Presse und andere Medien.

Heinz Koch: „Wir sind im Pocket-Klassiker-Festival-Fieber. Wir wollen und werden einem breiten (überregionalen)  Publikum richtig was bieten. Entsprechende Wünsche sind ins All gesendet. Etliche sind sogar schon in Erfüllung gegangen.“

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