Zeit – spannen


Hier und jetzt beginne ich die neue Kategorie „Tagebuch“. Draußen scheint an diesem 27. Februar 2012 die Sonne. Um 00 Uhr hatte ich der treuesten Theaterfreundin zum Geburtstag gratuliert. Dann folgte Matratzenhorchdienst. Der Wecker schlug nicht an, weil sich das Handy selbständig ganz abgeschaltet hatte. Ich musste, um es wieder in Gang zu bringen, sogar den Akku rausnehmen und wieder einsetzen. Beim Nachtarocken überlegte ich, ob ich Zeit gewonnen oder verloren hatte.

Jetzt sitz ich drin, im Augenwinkel rechts die sonnige Straße. Gleich gibt es einen Pressetermin zur bürgerschaftlichen Initiative „Wir in Neu-Ulm“. Da sollen wir deutlich machen, weshalb wir mit diesem Verein für umme die Arbeit der Kommune in Sachen Stadtmarketing machen. Das verstehen nicht mal alle Damen und Herren des Stadtrates. Und die anderen, „normalen“ BürgerInnen lehnen sich zurück und erwarten, dass wir was machen, dass was passiert.

Überspring ich mal den webmontag heute Abend, der nu auch nicht bloß ein reines Privatvergnügen ist: Morgen heißt es „getrennt marschieren“: Claudia hat den ersten Treff mit dem Bauservice und den Handwerkern in der neuen Spielstätte (Hermann-Köhl-Straße 1), um den Umfang und den Ablauf des Um- und Ausbaus zu einem Theaterraum nach unserem gusto zu besprechen. Ich werde zur gleichen Zeit mit einer Redakteurin konferieren, die den Text einer Sonderveröffentlichung zum „1. Neu-Ulm PocketKlassiker-Festival“ fabrizieren wird.

Damit sind zwei der wichtigsten Zeiträuber der nächsten Wochen und Monate erwähnt, Theaterumzug und Festival. Die dritte, ihren Schatten vorauswerfende  Herausforderung dieser Größenordnung ist die für Freitag, den 13. April geplante Premiere von „Männergespräche“. Da bin ich am Beginn der Text-Lernphase.  Vielleicht könnte mir der eine oder andere Trick helfen, den ich beim Hirnforscher Professor Spitzer abstauben müsste. Wäre aber zu vordergründig. Der Ulmer Spitzenforscher beschäftigt mich schon auf eine andere Weise derartig, dass ich nicht auch noch sein Werk wegen Lernhilfe durchforste: In diesen Tagen darf ich nämlich den Auftakt zu „Wohl-fühlen 2012“ organisieren. Da haben wir Spitzer engagiert. Er wird am Samstag, 23. Juni in der Ratiopharm-Arena (vor möglichst 3.000 Leuten) performen zum Thema „Sich wöhl-fühlen – wie geht das?“.

Eigentlich sollte ich da den entscheidenden Tipp bekommen. Denn: Neben all dem Vorausschauen auf die genannten wichtigen  Termine von heute bis zum 5. Oktober (da wollen wir erstmals offiziell im neueingerichteten Theater spielen) sowie auf all die vielen „kleinen“ events dazwischen (rechtzeitiges Einreichen der Zuschussanträge beim Freistaat Bayern, bei der Stadt Neu-Ulm und beim Landkreis Neu-Ulm; pünktliche Steuervorauszahlung; diverse Geburtstage etc.) muss nämlich eins bedacht werden: Die Investition in dieses neue Theater sollte die Zeit-spanne von 20 Jahren bedienen.

20 Jahre. So lange gibt es das Außergewöhnliche Goethe- und Schiller-Theater (AuGuSTheater) noch nicht mal … Wie oft wird sich in der Zeit, für die wir da planen sollen, mein Handy selbständig abschalten? Abgesehen davon, dass es über diesen Zeitraum nicht mehr dasselbe Handy bleiben wird, abgesehen davon, dass in 20 Jahren das Handy von einem fortschrittlicheren Kommunikations-Apparat abgelöst sein wird: Bin ich in der Lage, in den nächsten 20 Jahren immer wieder den (wie auch immer gearteten) Wecker zu stellen? Ich werd auf jeden Fall bei Spitzer sehr gut aufpassen!

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