Was alles wie wird – wir sind gespannt


Bei einem Kunst-Kurz-Tripp ins gelobte Land TYROL (Ende Mai 2012)  waren wir von einigen „Sachen“ mächtig impressed. Nun verarbeiten wir alles und werden einiges von dem, was wir für weg- und zukunftsweisend halten, in eigene Aktivitäten fließen lassen. 

 

Zum ersten Male trafen wir bewusst auf Arbeiten der Bildhauerin Heidi Leitner (wohnhaft in Trento). Ihre Skulpturen sind zu sehen in der Vorburg von Schloss Bruneck (Domizil des „Messner Mountain Museum Ripa„). Hier, in diesem wundervollen Ausstellungsraum, werden wir inspiriert, unbedingt am und im neuen Theater (wieder) mehr mit bildender Kunst zu machen. Noch mehr bestärkt werden wir in dieser Idee beim Atelierbesuch bei Heidi Leitner in Trento, hoch im Berg auf einem alten Hof. Eine sehr schöne Begegnung mit dem Blick auf ihr neues Märchen-Projekt, an dem sie arbeitet und welches sie in zwei Jahren etwa vorstellen will.

Und dann ist da noch der von Heidi Leitner angeregte Abstecher in die Galerie Kompatscher in Brixen (Hofburggasse 5), wo auch sie betreut wird. Jakob Kompatscher, der Galerist zeigt uns, was er von der Leitner zu zeigen hat, darunter einen Zeitfahrer, den wir genauso gern mitgenommen hätten wie die russische Tänzerin aus ihrem Atelier. Aber die Summe haben wir wegen des Theater-Neubaus (grad) nicht locker. Und dann macht er uns noch bekannt mit Ciro, der uns ebenfalls sehr beeindruckt.

 

Wir rissen uns los, wurden aber noch schnell von Jakob Kompatscher auf den Marzari-Park des 450 Jahre alten Hotel Elephant aufmerksam gemacht. Ein wunderschöner Park, den das Hotel auf besondere Weise bespielt. Vor allem Hotelgäste, aber auch sonstige Besucher können sich da ergehen. Wir sind reingegangen. Und wir wurden sehr überrascht:  Derzeit läuft dort die Ausstellung: „Der lange Weg des Elephanten“, initiiert und organisiert vom praktisch gerade frisch gegründeten Kulturverein, der sein online-Portrait mit folgender Sentenz eröffnet: „Der wichtigste Aspekt eines kulturellen Projektes ist die Fähigkeit, die Auffassung unseres Lebens in seiner Gesamtheit zu verbessern.“

 

Vier Tage später schlagen wir unserem Freund und Förderer Günter Steinle vor, die ihm gehörenden, unmittelbar dem neuen Theater benachbarten Räumlichkeiten der aufgegebenen Ebay-Agentur zu „Galeria Steinle Collection“ zu machen und als erstes – parallel zur Eröffnung des neuen Theaters – eine Ausstellung mit Werken von Helmut Koch aus Mülheim-Ruhr zu ermöglichen. Dessen künstlerisches Credo passt zu dem, was der Brixener Kulturverein propagiert (siehe oben) und zu dem, was wir zum Beispiel auf unserem blog, William James zitierend,  als Leitwort posten: „Durch die Art, wie er den Dingen Aufmerksamkeit schenkt, trifft jeder von uns eine Wahl, welche Art Welt es sein soll, in der er leben will.“

 

All die Eindrücke der drei Tage fließen ein in weiteres Konzipieren unserer künftigen Theaterarbeit. Manches lassen wir mit dem alten Klotz in der Silcherstraße hinter uns, ganz sicher! Manches wird auch bleiben, so die Fassade, aber auch die nicht gänzlich unverändert. Anderes wird ganz neu. Was alles wie wird – wir sind selbst gespannt bis dorthinaus.

 

Erste Idee für ein neues Stück: „Morde Deinen Nächsten“ von Leslie Darbon. Könnte die erste Premiere im neuen Theater sein, Kategorie „yellow-button“. An der ersten „red-button“-Produktion doktere ich auch schon herum – Arbeitstitel: „Wem gehört Gott?“ Und dann schwirren ein paar  „green-button“-Ideen (unkonventionell, aktuell, abstrus) durch die Gegend: Lesungen aus der Mao-Bibel, aus dem Koran, aus der Zeit, aus dem alten Testament oder von Bloggern und Facebookern; Gespräche über Gott und die Welt mit Gott und der Welt; zwei, drei „Schüsse in den Ofen“; „Salon – wilde Alte treffen junge Wilde“…

Glossar:

  • ·        „yellow-button“: leicht, unterhaltsam, humorig
  • ·        „red-button“: fordernd, provokant, irritierend
  • ·        „green-button“: unkonventionell, aktuell, abstrus
  • ·        „white-button“: seicht, oberflächlich, banal

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