Kunst-Frevel???


Auf der website der Neu-Ulmer Stadtratsfraktion „Bündnis 90 / Die Grünen“ wird kritisiert, dass die Säule, auf der weithin sichtbar die Plastik „Drei Männer im Boot“ von des bedeutenden Bildhauers Edwin Scharff präsentiert wird, für zehn Tage umhüllt ist von Bannern, die auf eine herausragende Aktion der bürgerschaftlichen Initiative „Wir in Neu-Ulm“ (W.I.N.) verweisen.  Unter anderem heißt in dem Beitrag:

„Die farbige Werbung soll das Auge vom Kunstwerk weg zum Inhalt der Werbung führen. Es handelt sich um Werbung für W.I.N, eine Vereinigung, die dafür sorgen soll, dass in Neu-Ulm mehr konsumiert wird. Kultur und Kunst als Werbeträger für den Konsum entsprechen sicherlich nicht den Gedanken der meisten Künstler abseits von Werbeagenturen.“

Seit zwei Jahren macht “Wir in Neu-Ulm” (W.I.N.) Stadtmarketing, eigentlich eine Aufgabe der Kommune. Zum Vergleich: Bruneck in Tirol hat mit 15.000 Einwohnern ein im Rathaus angesiedeltes Stadtmarketing, welches beinahe identische Ziele verfolgt und vergleichbare Aktivitäten entwickelt wie “Wir in Neu-Ulm”. Die Arbeit des Vereins, der längst nicht mehr diffamiert werden kann als “eine Vereinigung, die dafür sorgen soll, dass in Neu-Ulm mehr konsumiert wird”,  hat inzwischen sehr positive Wirkungen, in die Stadt hinein und nach außen. So spricht inzwischen selbst der kritische Beobachter von der “Händler-, Dienstleister- und Künstlergemeinschaft” (siehe hier) Ein weiterer, untrüglicher Indikator für gute Arbeit von “W.I.N.”: Neu-Ulm ist nominiert für den “6. Stadtmarketingpreis Bayern” – mit dem und wegen des “Neu-Ulm Jahreskalender 2012″.

Derzeit läuft die Aktionswoche “WOHL-fühlen in Neu.-Ulm. 2012″. Die hat ein wunderbares Echo in der Presse gefunden und wird von den Menschen in Neu-Ulm toll angenommen. Bis auf den Auftakt waren und sind alle Veranstaltungen kostenlos für BesucherInnen. Das ist möglich, weil die Mitglieder von “Wir in Neu-Ulm” und andere “Für Neu-Ulm Aktive” 30.000 bis 40.000 Euro aufgebracht haben, nach dem von “W.I.N” stark unterstützten und risikomäßig mit privatem Geld der Neu-Ulmer Theatermacher getragenen  “1. Neu-Ulm PocketKlassiker-Festival” (Volumen 35.000 Euro)  die zweite  bürgerschaftliche Aktion diesen Ausmaßes, welches es in Neu.-Ulm bisher so nicht gegeben hat.

OK. Jetzt zum Kunstwerk. Das steht auf einer Säule. Die ist nicht das Kunstwerk, sondern der Träger. An dieser Säule ist die Aktionswoche annonciert. Meiner Ansicht nach wird man einerseits auf die eher uneigennützige und alles andere als kommerziell ausgerichtete Aktionswoche aufmerksam; und andererseits „stolpert“ man auch mal wieder über das Scharff-Kunstwerk. Wir achten tote wie lebende Künstler. Allein unsere Aktivitäten im Hinblick aufs Dokumentieren der Kunst im öffentlichen Raum belegen diese Tatsache. Es wäre schön, mit allen Interessierten ins Gespräch zu kommen, die auch mit uns meinen: Neu-Ulms Plätze zum Beispiel könnten viel mehr Kunst vertragen. Das Theater jedenfalls wird in der neuen Spielstätte, die am 21. September eröffnet wird,  auch regelmäßig Kunst-Ausstellungen machen.

 

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