„Eh ich’s vergesse…“ Memoiren eines Nobody (Fragment 09)


Zwanzig Zentimeter unter Durchschnitt groß, kaum Haare auf dem Kopf, nix Substantielles unter dem Schopf, keine Farbe im Gesicht – aber immer große Fresse! Sie wissen, wen ich meine? Falsch, das können Sie nicht mal ahnen. Er hieß (ich hab ihn aus den Augen verloren) Jürgen Wormstall, Metzgersohn, und hatte mir nen halben Zahn ausgeschlagen. Er brauchte immer mindestens zwei Sekundanten: Klaus „Kläuschen“ Scholz, Sohn eines Druckerei-Besitzers, biss mir fast die linke Brustwarze ab. Der Dritte im Trio war in der Boxabteilung unseres Sportclubs aktiv. Später hat sich Metzgersohn Jürgen Wormstall einen Hund zugelegt. Der hat ihm ne Hasenscharte gebissen.

Den Biss in meine Brust hat Kläuschen eine Wahnsinnsbackpfeife des Grundschulrektors eingetragen. Der hatte über eine Denunziantin von meiner Verletzung erfahren, ließ sie sich von mir zeigen und war davon einigermaßen aggro. Kläuschen musste antreten, der Konrektor zeigte ihm die Bisswunde, nahm ihn beim linken Ohr, deutete mit seiner Rechten dann eine Schelle an und Kläuschen lief, indem er da ausweichen wollte, in eine stramme Linke.

Wenn Sie jetzt Parallelen zu anderen Figuren ziehen wollen – es sei Ihnen unbenommen. Meine story jedenfalls beruht auf einer wahren Begebenheit, ist aber ansonsten frei zusammengepuzzelt.

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