Können wir, was wir „müssen“?


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Da ist einiges, was man sich auf der Zunge zergehen lassen muss.

Vor 20 Jahren, nach dem Konkurs der Vorgänger-Bühne hieß es, wir, die Newcomer sollten jetzt mal zwei Jahre lang zeigen, was wir Neues machen. So lange werde der bisherige Zuschuss (damals 280.000 D-Mark) „auf Eis“ gelegt.

Haben wir gemacht. Eine feste Spielstääte eingerichtet (45.000 D-Mark) und dann zwei Jahre ohne Zuschüsse bespielt. Danach dann doch bezuschusst – allerdings nicht annähernd mit dem „auf Eis“ liegenden Betrag.

Dann wurden es allmählich 100.000 Euro.

Im Laufe von 15 Jahren hatten wir in die alte Spielstätte 300.000 Euro investiert. Mit dem Abriss des „Konzertsaal“ war das Geld einfach futsch. Konnten wir abschreiben.

Vor drei Jahren haben wir also die neue Spielstätte eingerichtet. Der Kostenvoranschlag für den Umbau belief sich auf gut 300.000 Euro. Durch Einsatz von Lebensversicherung und massive Eigenleistungen deckelten wir die Geschichte, Aber 200.000 Euro stecken doch drin. Von der Kaufsumme, die wir jetzt abzahlen, nicht zu reden.

In all‘ den Jahren haben wir pro Jahr mindestens 100 Vorstellungen gespielt. Wir haben pro Spielzeit mindestens vier Werke der dramatischen Literatur neu einstudiert.

Außerdem haben wir noch besondere Produktionen geliefert, die Unikate sind.

Ideen massenweise. PocketKlassiker-Festival, Chaos-Lesen, Theater-Sport, Lobby-Card-Idee verankert, Fast 20 Stücke aus eigener Feder, Literatur-Theater („Novecento“, Dostojewskis „Enthüllungen aus dem Kellerloch“, „Russischer Abend“, Programm zum „Welttag der Poesie“, „Der 9. November“, „Erinnerung: Bücherverbrennung vor 70 Jahren“ und und und)

Wer sich etwas auskennt, muss konstatieren: Das alles ist nichts weniger als sensationell.

Und wenn jetzt gesagt wird, es sei doch bislang auch „so“ gegangen und meint, es könne doch auch „so“ weitergehen, dem zeigen wir die gelbe Karte. Wenn man den materiellen Gewinn betrachtet, der für die Macher des Theater Neu-Ulm rausgesprungen ist, dann kann sich jeder an fünf Fingern abzählen: Der Verdienst liegt weit unterhalb des Mindestlohn.

Wir haben das Theater Neu-Ulm quasi ehrenamtlich betrieben.

Dabei haben wir den Theaterberuf in seiner allumfassendsten Form erlernt und als Schauspieler die vorgeschrieben Abschlüsse.

Weil wir denken: Es geht „so“ nicht mehr weiter, hatten wir vor zwei Jahren den Denkanstoß gegeben:

„Theater Neu-Ulm am Scheideweg“.

Das Papier dazu ist simpel zu erfassen und gipfelt in dieser knappen graphisch-dargestellten Alternative.

braucht Theater

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