Auf geht’s!?


Gegen Populismus hilft Bildung? Braucht es das Beherrschen von Kulturtechniken wie Lesen? Muss man das Zuhören-Können fördern?
Jetzt müssten wir zum Beispiel neue Formate realisieren, sowas wie „Die Sprechstunde“ auf den Spielplan nehmen. Oder das Programm „Die neue ZEIT“ wieder aufleben lassen. Gestern hätten wir unser grandioses Projekt „Der 9. November“ auflegen müssen und hätten die vier ursprünglichen Termine durch einen fünften anreichern können. (Das machen wir 2018, versprochen!)

fondation-calliope

 

Ja gut! Aber wie wir die Gegend hier kennen, wird das keine eine Seele interessieren. Das kann man in MUC machen vielleicht. Oder in HH. Oder in B oder in K.

 

Auch unsere „Neu-Ulmer wilde Musenküsse“ (nächste Orgie am Sonntag, 13. November um 18 Uhr) sind eine eher anstrengende Theater-Initiative. Da muss man zuhören können. Das wird vom inzwischen Sprechblasen-verseuchten Publikum kaum noch goutiert. Selbst ein großer Teil derer, die sich früher noch über den Schlagzeilen-Journalismus der BILD mokiert haben, ist bezüglich seiner Rezeptions-Kompetenz inzwischen so limitiert, dass er selbst komplexe und komplizierte Zusammenhänge schon vom Augenschein her meidet und allenfalls Tweet-Länge akzeptiert.

 

Der Schriftsteller Vargas Llosa:

„ … jeder Alltag ist doch in der Regel profan, unfrei, langweilig. Im Vergleich zu all dem, was da auch noch sein könnte. Um sich das aber vorzustellen, brauchen Sie Imaginationen, ja Illusionen. Sie müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass das Leben viel mehr zu bieten hat als den Alltag. Als 80-jähriger Schriftsteller weiss ich: Die Abenteuer, die Sie imaginieren, sind stets spannender als die, die Sie tatsächlich erleben, und glauben Sie mir, ich habe viele Abenteuer erlebt. Die bloße Existenz von Literatur ist also schon eine Manifestation von Rebellion. Warum sollten Sie auch versuchen, eine alternative Realität zu konstruieren, wenn Sie mit Ihrer eigenen Realität zufrieden sind?“

„Ob Sie das als Schriftsteller nun wissen oder nicht: Sie drücken eine Art Protest aus gegen das Leben, wie es ist. Sie konstruieren einen Gegenentwurf – und setzen diesen auch direkt künstlerisch um. Die entstehende Lücke zwischen Realität und Imagination treibt dabei zur Verbesserung des Bestehenden an, Kultur ist also ein Motor menschlichen Fortschritts.“

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