Ein Wochenende mit drei höchst unterschiedlichen Shows


Am letzten April- Wochenende konnte das Neu-Ulmer Theaterpublikum in den Genuss drei höchst unterschiedlicher events kommen. Dank gewachsener Partnerschaften und in einem Falle dank eines Mäzens konnte das Theater Neu-Ulm geballt Kleinkunst auf Großstadt-Niveau präsentieren:

20180427_201634Den Auftakt am Freitag machten Otto Göttler (unter anderem Steierische, Ukulele, Trompete, Concertina) und seine geniale Musik-Kollegin Geli Huber (Harfe, Hackbrett, Flöte). Die beiden waren als „Unverschämte Wirtshausmusik“ zu erleben, mit ihrem neuen Programm „frisch und frech“. Otto Göttler, ein Urgestein der bayerischen Musikkabarettszene (Kopf des „Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn“), ist nun alles andere als verschämt. Die Lieder, politische Balladen, Zwiefache und Landler, eben „frisch“; die Texte eben frech. Und ebenso tagesaktuell. Alles, was man als Bayer dem Bayern und seinem freistaatlichem Polit-Personal ins Stammbuch schreiben kann – natürlich im Dialekt und deshalb immer scheinbar milde. Dem Publikum hat’s so gut gefallen, dass es einen der seltenen Zusatz-„Vorhänge“ und dann noch eine Zugabe erklatschte. Hier Impressionen vom Abend.

finessen-25.JPGKontrast dann am Samstag: vor ausverkauftem Haus das „La Finesse-Quartett“, vier junge Könnerinnen auf ihren Streichinstrumenten, Anja Gerter aus Neu-Ulm (Violine 1), Marta Danilkovich (Violine 2), Monika Beck (Bratsche) und Monika Klüpfel (Violoncello). Beim Intro zu einer „Magischen Reise“ mit einem Arrangement der „Vier Jahreszeiten“ mindestens formal abzielend auf die Erwartungshaltung, welche ein Konzertpublikum „Geigerinnen“ entgegen bringt, ging es dann absolut überraschend weiter mit einem inhaltlich angenehm abwechslungsreichen Programm: „River flows in You“, „The Typewriter“ (bei dem ein Besucher in Windeseile in ein „Musikinstrument“ eingelernt wurde, in die Klingel), „Der Dritte Mann“, Soundtrack aus „Fluch der Karibik“ und den Swing-Knaller „Orange Blossom Special“. Nach der Pause (für den Kostümwechsel) ging’s munter weiter mit „Viva la Vida“, „Baby Elephant Walk“, einem „James Bond-Medley“ und einer beeindruckende Suite „Spiel mir das Lied vom Tod“. Mit „Kashmir“ setzten sie den Schlusspunkt. Hier Impressionen von der Show.
Und drei Mitschnitte.

finessen-galerie-03Ein toller Abend, der dadurch abgerundet wurde, dass ein Mäzen und das komplette Publikum und natürlich das Ensemble einludt in die VenetHaus-Galerie. Die dort gerade laufende Ausstellung mit Werken von Johann Büsen und Terence Carr wurde temporär aufgelöst für einen Dinner-Aufbau. Eine grandiose Location. Auf den Tischen wurden auch „Die 7 Todsünden“-Skulpturen von Terence, Ausgangspunkt für einen Wettbewerb: Die Tischgemeinschaft sollte einstimmig feststellen, welche Todsünde auf ihrem Tisch zu sehen sei – Belohnung für den ersten Tisch, der richtig lag: ein Besuch im Atelier von Terence. Selten hat ein Gastgeber eine so gute Idee wie Werner Schneider, um seine Gäste wegzuholen vom üblichen Smalltalk und zu Gesprächen über Kunst und Todsünden zu verführen.

canvas-01Und der dritte Streich am Sonntag: „Impro-Slam“ mit den Showbuddies. Begeistertes Publikums-Urteil nach der Vorstellung: „Das war interessant. Mal ganz was anderes.“ Inzwischen gibt es natürlich ein Publikum, welches sich die Impronierer herangezogen haben, welches mit ihnen herumzieht, auch nach Neu-Ulm kommt, ins Schmuckkästchen am Petrusplatz. Wibke Juliana Richter und Paddy Elsholz, das Kern-Duo des kleinen Ensembles, wusste zusammen mit den anderen wieder so zu begeistern, dass ein Applaus-Orkan den anderen ablöste und einige am nächsten Tag sicher über Lachmuskelkater zu klagen hatten.

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Weiter geht es nun im Wonnemonat Mai mit „Fünf Frauen und ein Mord“.

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