Wahrheit verträgt keinen Kompromiss


Aber: Was ist schon Wahrheit? Angesichts so mancher aktueller Auseinandersetzung, ob es private Streitereien, gesellschaftliche Auseinandersetzungen oder auch kleine und größere Kriege sind, da greife ich auf die Schluss-Szene aus unserem Kabarett-Programm „Liebe & andre Katastrofen. Für Fortgeschrittene“ zurück.

zwei-seiten

Liebe Fortgeschrittene.

Drei-Stufen-Modell

Stufe 1: „Klare und deutliche Aussprache“

Stufe 2: „Einfache, unmissverständliche Sätze“

Stufe 3: „Dass zwei Menschen zusammenleben können, ist ein Wunder“

Da hat sich seit Adam und Eva nichts geändert.

Durch alle Jahrtausende blieben Mann und Frau sich fremd.

Er kommt vom Mars, sie von der Venus.

Das sich ihre Interessen total decken, kommt so häufig vor wie eine totale Sonnenfinsternis – einmal im Leben.

Wer fortgeschritten ist, weiß das. Und ist gewillt, mit den Unterschieden umzugehen.

Schließlich hatten wir bereits im Kurs Teil I das Fazit gezogen:

Wer erinnert sich?

„Es muss ja nicht alles zusammenpassen, jedenfalls nicht 100prozentig.“

alte oder junge

Wie Adam und Eva damals ihre Beziehungskiste eingerichtet haben, weiß man nicht soooo genau.

Ob sie das Wunder geschafft haben? Ihre Nachfahren probieren es jedenfalls unverdrossen. Durchschnittlich geht es 18 Monate gut, weil Paare diese wahrhaft vulkanischen Explosionen von Phenylethylenamin erleben, die zu Zeiten beider Körper rauschhaft durchfluten.

Claudia (schnippst) Stichwort Kuschelhormon, Oxytocin

Junge Frauen wollen „ihn“ immer ändern.
Junge Männer wollen ihrer Liebsten immer die Welt erklären, sie zu irgendeiner Einsicht bringen.

Wir Fortgeschrittene sind darüber hinweg. Wir akzeptieren die Unterschiede von Mann und Frau.

Wir wissen zum Beispiel:

Frauen denken laut nach. Sie fangen  an zu sprechen, obwohl sie noch gar nicht wissen, welche Meinung sie vertreten werden. Erst im Reden finden sie dann allmählich heraus, was sie sagen wollen.

Männer schweigen, dann reden sie nicht, dann schweigen sie wieder.

Männer denken, bevor sie anfangen zu sprechen, im Stillen über alles nach. Sie formulieren ihre Antwort zunächst innerlich vor, bevor sie diese laut ausdrücken. Dieser Prozess kann etliche Minuten dauern, aber auch Jahre.

Für Frauen ist das äußerst verwirrend. Sie interpretieren das Schweigen des Mannes als Gleichgültigkeit oder Ignoranz. Frauen würden in ein solches Schweigen nur verfallen, wenn sie verletzt wären oder mit dem Gegenüber nichts mehr zu tun haben wollen. Aus Frauensicht ist Schweigen gleich: Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

Frauen müssen lernen, Männer dann einfach solange in Ruhe zu lassen, bis er sich wieder eingekriegt hat. Irrtümlicherweise stellen Frauen in solchen Fällen gern besonders viele Fragen, wollen zwanghaft eine Kommunikation aufrechterhalten.

Dann kracht’s natürlich – allerdings: Wir Männer streiten eigentlich nicht – wir schauen der Frau beim Streiten zu und hören dabei diese verständnisvollen Sätze wie:

„Ich weiß, dass du glaubst, du wüsstest, was ich deiner Meinung nach gesagt habe. Aber ich bin mir nicht sicher, ob dir klar ist, dass das, was du gehört hast, nicht das ist, was ich meinte.“

Das ist für Männer äußerst verwirrend. Sozusagen chaotisch.

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Frauen sind für Männer wie das Leben selbst:

Chaotisch und voller Rätsel.

Deshalb hat der Mann, der gepanzerte, soldatische, fundamentalistische, faschistische Mann, Angst vor der Frau.

Es ist die Angst vor der Lebendigkeit, vor der Unkontrollierbarkeit, der Unberechenbarkeit der Frau, vor ihrer Zweideutigkeit.

Männer lieben „das entweder oder“, das Prinzip, die Regel.

Männer wollen Grenzen setzen und bewahren,
wollen Eindeutigkeit, entweder oder,
wollen Kontrolle, Herrschaft, Berechenbarkeit,
mathematisch, physikalisch, wollen Geradlinigkeit.

Sie setzen auf die Wissenschaft. Dabei müssen sie feststellen:

Jeder noch so geringe Zuwachs an Wissen vergrößert ihre Unwissenheit.

Sinnsuche läuft ins Leere: Also wird die kleine Ordnung des Alltags verteidigt, notfalls mit der Flinte in der Hand,

die Kehrwoche, der Jägerzaun ums Gärtle,

die Straßenverkehrsordnung.

Wichtig ist auf einmal nur noch, wie gebetet wird,
nicht mehr was zu wem.

Wer nicht dieselben Rituale pflegt, wird gnadenlos bekämpft, vernichtet.

Willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein.

Oder: ab!

Jeder fühlt sich im Recht, Andersartigkeit wird als Provokation empfunden.

Und da schafft sich jeder seinen eigenen Gott!?!

Der Witz an der Sache: Jeder Mann denkt:

Von den bisher rund 3000 Göttern existiert nur der Meine wirklich.

Alle anderen sind erfunden und Unsinn.

Meiner nicht. Meiner ist echt.

Und der kann alles Mögliche sein, nur eins nicht: eine Frau.

Wer das behauptet, Gott sei eine Frau, der wird enthauptet.

Oder mindestens exkommuniziert.

Dabei: Nichts über IHN zu wissen,  ist ja nicht das Schlechteste! Sich nicht auf IHN berufen können, auf eine letzte Instanz.

Dann könnte man allerdings keinen heiligen Krieg führen in SEINEM Namen, keine Kreuzzüge.

 

erkenntnishorizont

 

 

Nichtwissen eingestehen! Das wär’s doch.

Musik             10    Tanzanfang eher leise

Nicht immer wieder in die verbotene Frucht der Erkenntnis beißen zu wollen.

Zu akzeptieren: Das Paradies bleibt verschlossen.

Lernen wir mit den Rätseln zu leben, lernen wir, das Chaos zu lieben.

Es kann manchmal ein halbes Jahrhundert dauern, bis man erkannt hat: Die Liebe ist kein Affentheater, sondern eine Anstrengung, sich mit dem anderen zu identifizieren, in dessen Haut zu schlüpfen und so sich selbst zu finden.

Claudia:  Stop! Musik aus – plötzlich   (Sie findet Schlussworte)

Dann:

„Mit Musik geht alles besser“

Musik   Copacabana

Blackout

Applauslicht

 

 

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