Tolles Stück – leidenschaftliche Darstellung


„In ‚Solo‘ steckt ganz viel von der Doppelstadt“, ist ein Premieren-Kritik zu  „SOLO oder die Große Liebe Finden“ überschrieben. „Bekanntes, Überraschendes, viel aus Ulm und Neu-Ulm“, schreibt das Blatt in der Unterzeile. Damit folgen die Neu-Ulmer Theatermacher „Riese & Ko“ der Anweisung des Autors. Ihre Version des vom Vorarlberger Stefan Vögel verfassten Stückes war am Samstag (10. Dezember 2022) erstmals zu sehen. Das Publikum zeigte sich den ersten Reaktionen zufolge mehr als nur angetan. In einer ersten Reaktion noch in der Nacht schreibt auf dem Unternehmensprofil (auf Google) des Theaters M. N. kurz und knackig: „Ein tolles Stück (Stefan Vögel ‚Solo‘), eine leidenschaftliche Darstellung (Heinz Koch)! Danke!!! Sehr empfehlenswert!!!“

Und auf dem social media-account des Theaters schreibt eine Premierenbesucherin: „Die Première gestern war sensationell! Heinz, unsere Hochachtung! Gestern war bei Euch wieder ein Theaterabend, der lange nachwirkt! Danke!“

Mit der Eigenproduktion „Nicht mehr ganz dicht“ war das Theater Neu-Ulm ins Jahr 2022 gestartet. Tatsächlich wurde anfangs die Zuschauerzahl „von oben“ ganz stark begrenzt, auf 25 Prozent Platznutzung. Das Theater war also tatsächlich „nicht ganz“ dicht – und die bei dieser Produktion auf die Bretter gebrachten Bühnenfiguren waren es auch nicht.

Ganz dicht vollgepackt war aber der Spielplan. Der bot dem Publikum mit einem Bäckerdutzend Produktionen und mit großartiger Hilfe einer großen Anzahl von Künstler-Kolleginnen und -Kollegen sehr viel originelle, abwechslungsreiche und intelligente Unterhaltung.

Jetzt im Dezember, auch zu Weihnachten und Silvester, bieten „Riese & Ko“ in ihrer „Kleine Komödie am Petrusplatz“ unter dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“ zum auslaufenden 2022 Stefan Vögels „SOLO oder Die Große Liebe Finden“, ein kabarettistisch angehauchter Solitär.

Der im eigenen Land sehr bekannte österreichische Autor (u. a. das bei uns von Claudia Riese mit Bravour aufgeführte „Verliebt, Verlobt, Verschwunden“) und künstlerische Leiter des Vorarlberger Volkstheaters („VoVo“) hatte dieses Stück ursprünglich für sich selbst verfasst und mit großem Erfolg uraufgeführt und weiter gespielt.

Mit dem Segen des Autors hat Heinz Koch die Figur des Klaus Egger für sich adaptiert und die Fassung auf die Jetztzeit aktualisiert. Regie führt(e) Claudia Riese. Als Sidekick wurde der Münchener Komparse Wolfgang Schmitt gewonnen; er trägt in der Rolle des Stammgastes der Neu-Ulmer Sportsbar „Krokodil“ „Wolle“ zum Gelingen bei.

Im Stück spielt unter anderem die Resilienz eine gewisse Rolle, die Fähigkeit also, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen, auch in Beziehungs-Miseren nicht den Kopf zu verlieren. Strategie: alles Negative einfach ausblenden, sich auf etwas Positives zu konzentrieren und darauf das Weiterleben aufbauen.

Insofern hat die Arbeit an „SOLO oder Die Große Liebe Finden“ auch real mit dem Leben der Theaterleute zu tun, „weil wir mit dieser Arbeit in diesem Jahr der großen Krisen verschiedenster Art die Kunst versucht haben, nicht den Kopf zu verlieren und diese schwierige Zeit ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen“, sagt Theaterchefin Claudia Riese.

Vom Frühjahr an wurde alles Negative konsequent ausgeblendet. Die Riese weiter: „Unser Fokus lag auf dem allmählichen Herstellen dieser Produktion.“ Schließlich war neben dem Lernen und Zuschneiden des Textes und dem Verinnerlichen des Charakters der Figur „Klaus Egger“ sowie dem späteren Proben im laufenden Theaterbetrieb noch manch andere Anforderung zu bewältigen – unter anderem das Lesen von Sekundärliteratur, Dramatisieren, Rollenarbeit an sich, von den üblichen Überlegungen zu Bühnenbild und Kostüm ganz abgesehen, aber auch jede Menge an verschiedenem Bürokram.

„Muss mal drauf hingewiesen werden. Weil man als Schauspieler so manches Mal gefragt wird: Was machen Sie eigentlich tagsüber? Haben sie nicht auch noch einen Beruf“, schließt Koch ab.

https://youtu.be/Y87twTALR94

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